Jugendhalle
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Fotos oberhalb: © LSB NRW

Jugendhalle alt Quelle: Wolfram Hagspiel. Das Niederrheinische Dorf.

100 Jahre Jugendhalle in Schonnebeck

Als denkmalgeschütztes Gebäude hat die Jugendhalle am Schonnebecker Markt eine lange Geschichte.

1914 fand in Köln die erste Werkbundausstellung statt, die zu den bedeutendsten Bau- und Kulturausstellungen des 20. Jahrhunderts zählt. Als Mitglied des Werkbundes und reichsweit anerkannte Größe im Siedlungsbau erhielt Prof. Georg Metzendorf hierfür den Planungsauftrag, eine kleine Mustersiedlung als Industriedorf der Zukunft mit Kirche, Gasthaus, Jugendhalle und den verschiedensten Wohnformen zu realisieren (Niederrheinisches Dorf). Die Jugendhalle konzipierte er dabei als Mehrzweckbau, der multifunktional als Turnhalle aber auch für andere Dinge, wie Festlichkeiten und Veranstaltungen, bis hin zu Theateraufführungen mit Bühne eingesetzt werden konnte.

Da dieses „Jugendgemeindehaus“ nach der Ausstellung versetzt und an einem anderen Ort wieder verwendet werden sollte, kam von Anfang an nur eine Fertighalle in Holzbauweise in Frage. Auf senkrechten Holzpfeilern ruht eine mächtige Konstruktion aus gebogenen Leimschichtbindern.

Das Kölner Architekturbüro Schreiterer & Below erhielt den Auftrag, unter Metzendorf´s Oberleitung die Ausführungspläne der Jugendhalle zu erstellen. Grundlage war hierbei Metzendorf´s Entwurfsplanung von 1913. Realisiert wurde sie von einer Kölner Firma, die sich auf Holzbauweise spezialisiert hatte.
Am 26.08.1913 schrieb der Landrat aus Essen an die Bürgermeisterei, dass auf der Kölner Werkbundausstellung eine Jugendhalle für ca. 15.000-20.000 Mark zu erwerben sei. Das Bergwerk „Zollverein“ bot am 07.11.1913 zwei Flächen von etwa 1,5 Morgen an, die der Bürgermeisterei kostenlos überlassen werden sollten. Bedingung war, dass die Bürgermeisterei auf ewige Zeiten keine Forderungen wegen Bergschäden stellen dürfe.

Am 08.06.1915 fand die Einweihung der Jugendhalle in Essen-Schonnebeck statt.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg diente die Jugendhalle zahlreichen Vereinen und den Schonnebecker Schulen als Sport- und Veranstaltungsstätte.

In der Zeit des Nationalsozialismus war hier zunächst das Heim des BDM (NS-Jugendorganisation „Bund Deutscher Mädel“). In den ersten Kriegsjahren wurde die Halle, wie viele andere öffentliche Gebäude Essens, als „Fremdarbeiterlager“ verwendet. Die Zeche Zollverein brachte hier vorübergehend französische und italienische Zivilarbeiter unter. Im Krieg wurden in der Jugendhalle die Rationen der „Volksküche“ ausgeteilt.

Nach dem Krieg diente ein Teil der Halle lange Zeit als Nebenstelle des Gesundheitsamtes. Der übrige Teil und zuletzt die gesamte Halle diente dem ursprünglichen Zweck: Schul- und Vereinssport. Unter anderem hatten in der Jugendhalle die SW Beisen/Turnabteilung, die AWO-Tanzgruppe und der Schonnebecker Spielmannszug Frei-Weg ihren Übungs- und Veranstaltungsort.

Auf Grund ihrer architektur- und kulturgeschichtlichen Bedeutung wurde die Jugendhalle 1986 unter Denkmalschutz gestellt. 1990 zeigten sich bauliche Schäden. Sie musste geschlossen werden und der Abriss wurde erwogen. Nach Untersuchungen durch das Hochbauamt wurde das historisch wertvolle Gebäude in den 1990er Jahren restauriert und 1996 wiedereröffnet.

Jugendhalle heute Die Jugendhalle ist heute ein vom Verband Gemeinschaft Essener Turnvereine (GET) geführtes Sport- und Gesundheitszentrum. Sie ist ein stadtteilübergreifendes Begegnungs-, Fortbildungs- und Veranstaltungszentrum, sie hat eine soziale Bedeutung und stellt einen identitätsstiftenden Faktor in Essen-Schonnebeck dar.

Sie ist das einzig verbliebene Gebäude des von Prof. Georg Metzendorf geplanten Niederrheinischen Dorfes von 1913.

Herzlichen Dank

Unser Dank für die Unterstützung zur Jubiläumsfeier durch Fotos, Berichte und Informationen zur Jugendhalle Schonnebeck gilt u.a.

Herrn Dr. Ing. Rainer Metzendorf, Herrn Jürgen Lohkamp (Geschichtskreis Stoppenberg), Herrn Dr. Martin Bach (Denkmalbehörde), Herrn Horst Bühne (Stadtbildstelle im Ruhrmuseum), dem Stadtarchiv, dem Ruhrmuseum/Bildarchiv, dem Bauordnungsamt/Bauarchiv, Herrn Dipl. Ing. BDA Peter Bredenk (Architekturbüro Planwerk), den Teilnehmer und Gästen der Jugendhalle u.v.m.

Ebenso gilt unser Dank der Bezirksvertretung VI Zollverein sowie der Sparkasse Essen für die finanzielle Unterstützung und Wertschätzung.

GET e.V. – Anja Böttcher

Bericht zur Jubiläumsfeier